Anwendungs­arten von medizinischen Cannabis

Inhalation durch Verdampfen

Bei der Inhalation durch Verdampfen werden Cannabisblüten, bestimmte Rohextrakte oder spezielle ethanolische Dronabinol-Lösungen mithilfe eines Verdampfers erhitzt und der entstehende Dampf eingeatmet. Der Vorteil dieser Methode: Die Wirkung setzt bereits nach Sekunden bis wenigen Minuten ein und hält meist etwa 2 bis 4 Stunden an – das kann aber von Person zu Person unterschiedlich sein. Der Wirkstoff gelangt bei der Inhalation von Cannabisblüten sehr schnell und in höherer Konzentration direkt ins Blut. Die Leber wird dabei zunächst umgangen (Umgehung des sogenannten „First Pass Effekt“). Das verringert meist Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Nebenwirkungen. Allerdings besteht bei dieser Anwendung ein erhöhtes Risiko für eine Überdosierung, die zu Nebenwirkungen wie Schwindel, Herzrasen, Angst, Verwirrung / Halluzinationen oder Müdigkeit führen kann. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Handhabung feinmotorisches Geschick verlangt, da das Arzneimittel zur Inhalation vorbereitet werden muss und das Gerät korrekt bedient und gereinigt werden muss.

Orale Einnahme

Bei der oralen Einnahme werden Cannabisprodukte wie ölige Extrakte, Kapseln oder Fertigarzneimittel (z. B. Canemes®, Epidyolex®) geschluckt. Die Wirkung setzt meist nach 30 bis 60 Minuten ein, hält dafür aber oft mehrere Stunden konstant an. Der Vorteil ist, dass die Einnahme diskret, alltagstauglich und einfach ist und die Wirkung gleichmäßiger und länger, über ca. 4-8 Stunden anhält. Besonders Kapseln und Spray zur Anwendung in der Mundhöhle zeichnen sich durch eine sehr präzise Dosierung aus: Jede Kapsel/jeder Sprühstoß enthält eine definierte Menge Wirkstoff, Dosierungsschwankungen sind dadurch geringer. Außerdem ist weder Vorbereitung, noch Zubehör nötig.

Oromukosale Anwendung

Beispielsweise als Mundsprays wie Sativex® (Fertigarzneimittel) oder Xatepa®, CannaXan (Ausgangssubstanzen). Bei der oromukosalen Anwendung wird eine Cannabinoidlösung direkt in die Mundhöhle gesprüht – entweder unter die Zunge und/oder in die rechte und linke Wangentasche. Danach sollte man einige Sekunden lang nicht schlucken, damit der Wirkstoff gut über die Mundschleimhaut aufgenommen werden kann. Vorteil, dieser Anwendung ist, dass die Wirkung schon nach 15 min eintreten kann, sowie die präzise Dosierung.

Topische Anwendung

Bei der topischen Anwendung werden Cannabiszubereitungen wie Cremes, Salben, Öle, Sprays oder denkbar auch Wirkstoffpflaster, direkt auf die Haut aufgetragen, sodass die Wirkstoffe vor allem lokal wirken sollen. Wie viel Wirkstoff tatsächlich in tiefere Gewebeschichten oder in den Blutkreislauf gelangt, hängt jedoch stark von der jeweiligen Formulierung und Galenik ab. Im Vergleich zur oralen Einnahme liegen bislang kaum brauchbare Daten vor, die die Verfügbarkeit in der Haut und im Blut nach Anwendung auf der Haut systematisch untersuchen.

Rektale Anwendung

Das Medikament wird als Zäpfchen oder flüssige Lösung über den After verabreicht. Diese Methode ist besonders geeignet für Menschen, die zum Beispiel beatmet werden und nicht schlucken können oder wenn der Wirkstoff auf direktem Weg ins Blut gelangen soll, ohne zuerst durch die Leber zu müssen (Umgehung des sogenannten „First Pass Effekt“).

Vaginale Anwendung

Bei der vaginalen Anwendung wird das Medikament als Tablette, Creme, Zäpfchen/Ovula oder als imprägniertes Tampon direkt in die Scheide eingeführt. Im Zusammenhang mit Cannabinoiden kann diese Methode z.B. zum Einsatz kommen, wenn Beschwerden wie Endometriose oder andere Menstruations­beschwerden behandelt werden sollen. Der Wirkstoff gelangt so gezielt dorthin, wo er benötigt wird, und kann ins Blut übergehen, ohne vorher Abbauprozesse der Leber zu durchlaufen. (Umgehung des sogenannten „First Pass Effekt“).

Sondengängige Anwendung

Wir stellen Kapseln mit THC und CBD im Verhältnis 1:1 her, die ein feinpartikuläres, in Wasser dispergierbares (ohne Klumpen auflösbares) Granulat enthalten und sich für die Sondengabe eignen.